besondere Orte


Besondere Orte auf dem Friedhof

Gleich links neben der Friedhofskapelle wurde Anfang es letzten Jahrhunderts dieses Familiengrab der Familie Bueren errichtet.

Blick in die Bueren-Grabstätte

Rechts und links neben dem großen Friedhofskreuz befinden sich die Priestergräber. Hier haben einige Pastöre unserer Gemeinde ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Hinter den Priestergräbern finden Sie die Namen vieler Ordensschwestern auf den Grabsteinen. Viele dieser Frauen waren als Lehrerinnen im Mariengymnasium, als Krankenschwestern im Marienkrankenhaus, oder in weiteren kirchlichen Einrichtungen in Papenburg tätig.

Nur wenige Meter hinter dem Friedhofskreuz an der linken Seite ist das sogenannte Franzosengrab zu finden. Hier fanden französische Soldaten aus dem ersten Weltkrieg ihre letzte Ruhestätte.

1870 begann der deutsch-französische Krieg.
Nach der Schlacht bei Sedan am 2. September 1870 gerieten 84.000 französische Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft.
Eines der Lager für die Gefangenen entstand in Papenburg an der Ersten Wiek in der Nähe der heutigen Sedansbrücke an der Einmündung der Forststraße. Hier sollten die in Holzbaracken untergebrachten Gefangenen den 1808 begonnenen Kanal in Richtung Moor weitergraben, denn es war geplant, eine Kanalverbindung mit Westrhauderfehn zu schaffen .
Als sich die deutschen Behörden weigerten, die Gefangenen zum Gottesdienst in die 45 Gehminuten entfernte Kirche gehen zu lassen, erhielt Pfarrer Sommer im Herbst 1870 auf seinen Antrag hin von der bischöflichen Behörde die Genehmigung, im Lager mit den Gefangenen Gottesdienst zu feiern .
Wie so oft in ähnlichen Situationen verbreiteten sich auch im Papenburger Gefangenenlager Infektionskrankheiten.
Zwischen dem 16. Dezember 1870 und dem 30. April 1871 starben 11 französische Kriegsgefangene im Alter zwischen 21 und 25 Jahren an Pocken, Typhus oder Tuberkulose . Sie wurden zunächst in Einzelgräbern auf dem neuen Antoniusfriedhof bestattet.
1874 wurde von einem "Comité Frankreich" das heute noch vorhandene Denkmal errichtet, und am 7. Mai 1890 wurden die 11 Toten umgebettet und in einem gemeinsamen Grab an diesem Denkmal beigesetzt .
Das Denkmal trägt in französischer Sprache die Inschrift:
Zur Erinnerung an die 1870/1871 gestorbenen französischen Soldaten -
Und nun sind sie auf dem Weg zu einer neuen Heimat (Hebr. 11.16) -
Errichtet von ihren Kameraden.
Nach dem Ende des Krieges wurde das Papenburger Lager aufgelöst, die Gefangenen wurden am 18. Mai 1871 mit der Eisenbahn nach Wesel gebracht und von dort aus entlassen. Und das war auch das Ende des geplanten Kanalprojekts, das Franzosengrab aber ist bis heute auf dem Friedhof zu finden. (Gemeindearchivar Franz Guhe)

Es passiert immer wieder mal, dass eine Frau ihr Kind in sehr frühem Schwangerschaftsstadium verliert.
Hier an dieser Stelle kann auch der allerkleinste Mensch beerdigt werden und die Eltern haben einen Ort für ihre Trauer. Diese Gemeinschaftsgrab befindet sich am Friedhofskreuz vorbei, auf der rechten Seite vom Mittelweg.

Am Ende des Friedhofes, eingefriedet mit einer niedrigen Mauer, befinden sich die Gräber vieler gefallener Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg.

 

An der äußersten linken Ecke unseres Friedhofes ist dieses große  Sandsteinkreuz zu finden.

Unser Archivar  Franz Guhe berichtet: Etwas versteckt steht in der hinteren linken Ecke des Antoniusfriedhofs ein schön gestaltetes Kreuz. Es ist die Nachbildung eines alten Kreuzes, das auf dem Arenberg, wenige Kilometer östlich von Koblenz zu finden ist. Der Papenburger Kaufmann Högemann ließ es in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts aus Obernkirchner Sandstein nachbilden und schenkte es 1939, als der Zweite Weltkrieg ausgebrochen war, der Antoniusgemeinde. Eindrucksvoll ist besonders der in Kreuzesform eingemeißelte Text:

Hier schweigen die Klagen.
Hier weichen die Plagen,
die Schmerzen der Herzen.
Denn alle erfasset der Tod
befreiend von jeglicher Not.
Es kommt der von Kummer und Leiden Gedrückte,
auch  der  durch  irdische  Freuden  Beglückte.
Doch  alle  erscheinen  hier  gleich  als  Leiche
der König, der Bettler, der Arme und Reiche.

Die Grossen,
die Kleinen,
die Groben,
die Feinen,
hier werden
sie Brüder.
Und Würden
wie Bürden
hier sinken
sie nieder!
So manche
die kamen,
wo sind sie
mit Namen?
Hier zeigen
so eigen
verwittende
Steine nur
Totengebeine.
Auf alle
nun harret
das große
Gericht.

Und auf dem Sockel des Kreuzes steht als Fortsetzung des Textes zu lesen:

Wo Christus der Herr das Urteil ausspricht,
und Gottes gerechtes Gericht
gebraucht das genaueste Gewicht.
Dort sang die Seel´, die dem Himmel abstammt,
und glücklich, so göttliche Liebe entflammt.
Sie erbet dort oben verschönt
den Lohn, der die Seligen krönt.
Lebt wohl denn Geliebte in himmlischen Höhen
auf ewig ein seliges Wiedersehen